Die drei Freunde und das leuchtende Kürbisgesicht
Eine Halloween-Geschichte: Warum leuchten Kürbisse in der Nacht?
Erzählt von Yvonne Rabe · zum Vorlesen und Mitlesen

So geht’s: Tippe auf einen Satz, dann wird genau dieser Satz vorgelesen. Schaltest du oben auf „ein Wort“, liest Paul dir nur das Wort vor, das du antippst. Das hilft bei schwierigen Wörtern. Mit „Geschichte vorlesen“ liest Paul alles am Stück.
Der Abend war schon dunkel, als Paul, Marie und Bruno durch den Garten spazierten.
„Kommt, wir schauen noch kurz zum Haus unserer Menschen“, sagte Marie. Bruno blieb stehen. „Vielleicht gibt es dort etwas zu naschen.“
Da entdeckte Paul etwas am Hauseingang. Zwei weiße Gestalten schwebten neben der Tür. Darunter leuchtete ein großes, oranges Gesicht mit dreieckigen Augen und einem riesigen Mund.

Paul machte einen Satz zurück. „Ein Gespenst!“ Bruno versteckte sich hinter einem Blumentopf. Nur seine Nase und ein paar Krümel schauten hervor.
„Vielleicht sind es sogar zwei“, flüsterte Paul. Marie kniff die Augen zusammen. „Oder die Menschen haben sich etwas ausgedacht.“
Da flackerte das Kürbisgesicht. Paul duckte sich. Bruno quiekte leise.
Was ist das für ein Fest?
In diesem Moment ging die Haustür auf. Ein Kind trat mit seinem Vater nach draußen. Die drei Freunde blieben still in ihrem Versteck und lauschten.

„Papa, warum schmücken wir das Haus so gruselig?“, fragte das Kind.
Der Vater lächelte. „Heute ist Halloween. Viele Menschen verkleiden sich und schmücken ihre Häuser mit Kürbissen, Gespenstern und Lichtern.“
„Und warum feiern wir Halloween?“
„Der Name kommt von ‚All Hallows’ Eve‘. Das bedeutet: der Abend vor Allerheiligen. Einige Bräuche haben ihre Wurzeln in alten Herbstfesten. Heute haben viele Menschen einfach Spaß daran, sich zu verkleiden und ein bisschen zu gruseln.“
„Und der Kürbis?“, fragte das Kind.
„Aus einem Kürbis wird eine Laterne geschnitzt. Früher glaubten manche Menschen, ein Licht könne böse Geister fernhalten. Heute ist der Kürbis vor allem eine schöne Halloween-Dekoration.“
„Und warum klingeln die Kinder später an den Türen?“
„Dann rufen sie: ‚Süßes oder Saures!‘ Meistens bekommen sie dafür eine kleine Süßigkeit.“
Hinter dem Blumentopf wurden Brunos Augen ganz groß. „Das klingt nach einem sehr guten Brauch“, flüsterte er.
Die drei Freunde schlichen leise davon. Diesmal erschrak Paul nicht, als das Kürbisgesicht flackerte. „Ein bisschen gruselig sieht es trotzdem aus“, sagte er.
„Ein bisschen Grusel gehört wohl dazu“, meinte Marie.
Bruno dachte schon wieder ans Naschen. „Vielleicht sollten wir morgen einen Kürbis schnitzen. Mit einem freundlichen Gesicht.“
„Und was kommt hinein?“, fragte Paul.
„Ein Licht“, sagte Marie.
„Ich dachte an Honig“, murmelte Bruno. Da mussten alle drei lachen und spazierten zurück in den Garten.
🤔 Zum Weiterdenken
Stell dir vor, du darfst einen Kürbis schnitzen. Bekommt er ein gruseliges, ein lustiges oder ein freundliches Gesicht wie bei Bruno? Und was würdest du hineinstellen: ein Licht oder lieber Honig?
🎃 Was steckt dahinter?Für Eltern und große Entdecker – zum Aufklappen
Halloween wird am 31. Oktober gefeiert, am Abend vor Allerheiligen. Die Bräuche stammen vor allem aus Irland und Schottland, wo man früher zum Ende der Erntezeit ein Herbstfest feierte. Auswanderer brachten sie nach Amerika, und von dort kam Halloween vor etwa dreißig Jahren auch zu uns nach Deutschland.
Die ersten Laternen wurden übrigens nicht aus Kürbissen geschnitzt, sondern aus Rüben. In Amerika gab es viele Kürbisse, und die lassen sich viel leichter aushöhlen.
Probier es aus: Malt zusammen ein Gesicht auf einen kleinen Kürbis, das geht auch ganz ohne Messer. Statt einer Kerze leuchtet ein LED-Teelicht im Kürbis, und niemand kann sich verbrennen.
Für Eltern: Die Stimme kommt von eurem Gerät (Handy, Tablet oder Computer), deshalb klingt sie überall ein bisschen anders. Kein Ton? Lautstärke prüfen und am iPhone den Stumm-Schalter ausschalten.
